Make love, not war

Leider kann man den Spielplatz am Allerheiligentor nicht anfliegen und den Blick von oben auf Spielplatz und Frankfurt genießen. Also nehmen wir die Straßenbahn. Als Vogel hätte man kein Problem, das Besondere der Parkanlage zu erkennen, in der der Spielplatz gelegen ist.

Denn die ehemaligen Verteidigungsanlagen Frankfurts liegen heute wie ein grünes Kollier um die Innenstadt. Und kostbar ist diese Grün allemal in einer Stadt, in der die Hochhäuser nur so aus dem Boden schießen. Angelegt zur Verteidigung haben die Frankfurter schnell erkannt, dass militärische Stärke nicht unbedingt erfolgreich sein muss (vor allem wenn die Verteidigungsmauern fehlerhaft angelegt sind!) und pflanzten an den Wallanlagen eine Allee zum Lustwandeln – Make love, not war!

Noch mehr Liebe ließen die Frankfurter ihrer Stadt angedeihen, als sie dabei halfen, die Festungsmauern Anfang des 19. Jahrhunderts abzutragen, um aus den Anlagen schließlich einen Garten zu machen, der die Innenstadt schwungvoll umschließt.

Vielleicht sind die Spielplätze in den Wallanlagen keine diamantenen Schmucksteine in einem Kollier, aber lebenswerter machen sie die Parkanlagen trotzdem. In der Obermainanlage am Allerheiligentor findet man einen Spielplatz, der locker in drei Bereiche aufgeteilt ist.

Die Wallanlagen laden zum Spazieren ein

Die Kleinen haben einen eigenen, unter dem Schatten eines großen Baums gelegenen Teil des Spielplatzes für sich. Im Sandkasten stehen das Rutschenhaus mit verschiedenen Spielelementen und zwei Schaukeldinger. Neben einem runden Tisch in kindgerechter Höhe steht eine riesige Holzeisenbahn – in dem Zug kann ein halber Kindergarten Platz nehmen… Gut wenn es schauert. Drei Treppenstufen und eine Mauer laden zum Balancieren ein. Am anderen Ende des Spielplatzes steht außerdem eine Korbschaukel.

Dahinter können die Größeren in einem großen Klettergerüst aus Seilen hoch hinaus klettern. Klettern ist für die Größeren sowieso ein Thema auf dem Spielplatz. Wie zwei übriggebliebene Mauerreste der Festungsmauern ragen die Klettersteine aus dem Boden. Davor stehen einige verschieden hohe Kletterpfosten, die sich auch drehen. Die Sehen lustig aus und Kinder spielen die tollsten und unterschiedlichsten Dinge darauf und damit. Auf der großen Kletterburg in recht glattem Design kann man aufrecht, vorwärts, rückwärts und auf allen Vieren ganz anspruchsvoll balancieren.

Ein Beschluss der Stadtverordneten von 1827 schützt die Wallanlagen vor Bebauung

Für die ganz Großen gibt es außerdem einen Fußballkäfig mit Tartanbelag, einen davon abgetrennten Basketballplatz und eine Tischtennisplatte.

Abseits kann man die Wallanlagen erkunden und nach Überresten der Stadtbefestigung suchen. Oder von Spielplatz zu Spielplatz ziehen. Begrenzt wird der Park von Häusern und Straßen, die ihn auch immer wieder durchschneiden. Außerdem sind viele Radfahrer unterwegs. Die Innenstadt ist nicht weit, Toiletten oder Kiosk gibt es keinen.

Insgesamt ein zentraler Spielplatz für alle Altersgruppen. Entsprechend ist es manchmal auch voll, aber die Aufteilung der Spielgeräte trennt die Altersgruppen etwas voneinander.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.