Die Einsamkeit des Schaukeldings

Sie wachsen aus dem Boden wie seltsame Pflanzen oder Pilze – das Unkraut unter dem Spielzeug quasi. An zugigen Ecken – häufig in Neubaugebieten – und in den bizarrsten Formen sind sie zu entdecken: das Schaukeldings und das Drehbumms. Häufig wirken sie verloren lieblos platziert und erfüllen ihre Funktion am Wegesrand der Neubebauung: Als „Kinder sind hier willkommen!“ sind sie gemeint, schreien aber quietschend: „Geht lieber woanders spielen!“

Ein Schaukeldings für die Balance

Man kann sich regelrecht vorstellen, wie bei der Entwurfspräsentation auf einem Architekturmodell der Bereich als Zielgruppen- und Marketingpunkt angesprochen wird, während man da so aus der Vogelperspektive auf sein Millionenprojekt stiert. Spielplätze innerhalb von Wohnanalgen sind sowieso eine Sache für sich…

Ein solches Dasein haben sie jedenfalls wirklich nicht verdient, denn einen wilden Ritt, oder einen tollen Drehwurm bieten sie allemal. Sogar solche, wie man sie sich auf jedem anständigen Spielplatz nur wünschen kann. Außerdem sind sie häufig auch noch besonders erdacht und gestaltet, sie müssen ja allein bestehen und zum Spielen einladen.

Auf dem Spielplatz in ihrem Element

Die neonfarben geschwungene Abstraktion einer Schaukel – quasi eine Metaschaukel – oder die an und für sich schon psychedelische Idee, auf einer Blume oder roten Elefanten zu reiten ist ja eigentlich ganz nett.

Kinder sehe ich leider fast nie darauf spielen. Das stimmt natürlich nur an den zugigen Ecken und in Einkaufsstraßen, wo Mütter und Väter ihre Kinder weiterzerren. Auf Spielplätzen sind die Federtierchen nach wie vor sehr beliebt. Warum gibt es die nicht auch im Erwachsenenformat? Eine Bildergalerie mit vielen Exemplaren trage ich gerade zusammen.

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