#überhört

Wenn man auf dem Spielplatz sitzt bekommt man so einiges mit – ob man will oder nicht. Neulich blieb mir aber doch der Mund offen stehen ob dieses mütterlichen Monologs:

Setting: Abendstimmung, es dämmert.

Das Kind, etwa 3 Jahre alt spielt. Auftritt der Mutter.

Mutter: „Wir wollen jetzt gehen.“

Das Kind reagiert nicht.

Mutter: „Komm jetzt, oder Mami geht ohne dich heim!“

Wiederum keine Reaktion des Kindes, es spielt im Gegenteil seelenruhig weiter.

Mutter: „Wenn es dunkel wird kommen die Monster auf den Spielplatz und fressen dich!“

Kind beginnt zu weinen und Mutter trägt es vom Spielplatz.

Das hätte sie auch gleich haben können.

Ich habe schon lange nichts mehr vom Nachtkrabb und seinem Kumpel dem Nachtgiger gehört. Zuletzt hat mir meine Oma von ihnen erzählt. Den zweiten Akt gab es dann wahrscheinlich zum Einschlafen Daheim: Wenn du jetzt nicht die Augen zumachst kommt der Sandmann.

Nur zur Erinnerung, wer dieser Sandmann ist: „Weißt du das noch nicht? Das ist ein böser Mann, der kommt zu den Kindern, wenn sie nicht zu Bett gehen wollen, und wirft ihnen Hände voll Sand in die Augen, daß sie blutig zum Kopf herausspringen, die wirft er dann in den Sack und trägt sie in den Halbmond zur Atzung für seine Kinderchen; die sitzen dort im Nest und haben krumme Schnäbel, wie die Eulen, damit picken sie der unartigen Menschenkindlein Augen auf.“ Aus der Erzählung Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann

Ich wünsche mir, dass wir die Monster aus der Kindererziehung vertreiben.

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