Künstlerschiff und Kommune

Bertel Thorvaldsen würde auf dem Spielplatz in der nach ihm benannten Straße bestimmt wieder zum Kind werden.

Denn eines der tollsten Schaukeldinger Frankfurts steht auf diesem zwischen dichtem Grün verborgenen Platz: ein sanft schwankendes Schaukelschiff. Der dänische Künstler Thorwaldsen erblickte nämlich im Jahr 1770 das Licht der Welt – an Bord eines Schiffes. Ob es der Zufall war oder eine Verneigung vor dem Bildhauer, der dieses Schiff auf den Spielplatz gespült hat, weiß ich nicht, aber schön ist es trotzdem. Und tatsächlich imitiert das auf drei großen Metallfedern sitzende Boot aus Holz den Schwung sanfter Wellen, die ein Schiff von Island nach Kopenhagen tragen, oder eine Vorstellung davon.

Niederkunft auf hoher See

Im einem sehr wohlhabenden Teil Sachsenhausens liegt also dieses Spielschiff, und da ich mich in Sachsenhausen grundsätzlich verlaufe, immer, bin ich froh, dass der von Südbahnhof und Stresemannallee/Gartenstraße gut zu erreichende Spielplatz direkt an einer Kirche liegt, die ich kenne und schon besucht habe. Die St.-Bonifatius-Kirche wurde vom Frankfurter Architekt Martin Weber erbaut. Backsteinexpressionismus prägt das Antlitz dieses wehrhaften Kirchenbaus, den man besuchen sollte, wenn man schon mal da ist.

Eine schöne Überraschung auf dem Spielplatz sind die zahlreichen Sandspielzeuge jeglicher Couleur, die in und um den Sandkasten heurmliegen und die zum Spielen, Liegenlassen und Ergänzen einladen. Dass dieser Teil von Sachsenhausen sich zur Sandkasten-Kommune mausert, hätte ich wirklich nicht gedacht… Hier stellt sich die Frage von Dein und Mein für die Kleinen also mal von einer ganz neuen Seite. Das würde ich mir für mehr Spielplätze wünschen…

Mein und Dein auf dem Spielplatz

Ein kleines Spielhaus, ein Schaukelding und eine Federwippe sind nicht weit des Sandkastens. Eine kleine Dampflok aus Holz hat zu unerwarteten Begeisterungsausbrüchen meiner Tochter geführt (tututututututuuuut). Außerdem geben zwei Kleinkindschaukeln, eine Kleinkindrutsche und eine Kreisel-vier-Platz-Federwippe (Fotos sind unten) dem Besuch den richtigen Schwung.

Das Schaukelboot können sowohl die Kleinen, als auch die Größeren auf ihre Art bespielen. Neben zwei Schaukeln gibt es ein Kletternetz und ein Klettergerüst mit Rutsche. Ein zweites Klettergerüst ist etwas anspruchsvoller mit Elementen zum Hangeln und zwei Kletterwänden.

Für die Großen gibt es auf dem  Spielplatz nicht viel zu erleben. Trotzdem schauen, wenn es nicht so voll ist, ab und an welche vorbei um rumzuhängen oder vom dichten Grün abgeschirmt das zu machen, was Eltern nicht so gern sehen.

Insgesamt ein schöner und schattiger Spielplatz, auf dem es morgens meist nicht so voll, Nachmittags aber dafür um so mehr los ist. Eingezäunt ist er, und das ist auch gut so, denn er ist ringsum direkt von Straßen umgeben. Abseits der Spielgeräte gibt es nichts zu sehen. Dienstags und Freitags ist auf dem Bahnhofsvorplatz am Südbahnhof Wochenmarkt und das Museumsufer ist nicht weit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.