Platz unter – Regenspielplatz voraus

Meine kleine Tochter hat ein gutes Wort für das Wetter der letzten Tage: „nass!“. Wir schauen aus dem Fenster: „nass!“. Wir gehen vor die Tür: „nass!“. Papa kommt begossen nach Hause: „nass, nass, nass!“

Auf Spielplätzen gibt es nur selten Gelegenheiten, sich mitsamt Kinderwagen irgendwo unterzustellen, wenn es anfängt zu schütten. Während also meine Tochter in einer ansehnlichen Pfütze schon mal Brustschwimmen übt – „nass!“ -, versuche ich den Kinderwagen aus dem Morast zu ziehen, um uns schnell noch nach Hause zu retten… Fehlanzeige.

Ich schnappe mir meine Tochter und wir quetschen uns in die überdachte Miniatursitzecke unter der Rutsche. Also ich quetsche mich und meine Tochter baumelt fröhlich mit den Beinen. Jetzt noch einen Keks und man könnte entspannt dem Regen lauschen. Aber die Kekse sind, richtig, „nass!“.

Pitsch, patsch!

Eigentlich gar nicht so ungemütlich hier. Und ich denke an meinen besten Freund aus Grundschultagen. Wenn es regnete, sind wir häufig auf unseren Schulhof gegangen, und haben dort Regenschirmhöhlen gebaut. Regen war auf jeden Fall kein Grund, nicht vor die Tür zu gehen.

„nass!“ Meine Tochter hat sich unter meinen glasig in die Vergangenheit stierenden Augen hindurchgeschlichen und steht im Regen. Scheint sie nur wenig zu stören. Gut, mehr Platz für mich in der Sitzecke. Spielplätze sind wohl bei jedem Wetter bespielbar. Wie war das? Es gibt kein schlechtes Wetter und so fort. Andere Kinder sehe ich trotzdem keine, und es ist beste Spielzeit.

Wo sind die Kinder?

Während ich also die nassen Kekse esse und meine Tochter durch die Pfützen spritzt, kommt mir die Idee mit dem Regenspielplatz. Ein ganz normaler Spielplatz, der bei Regen aber erst so richtig toll wird, das wär doch mal was.

Wenn es anfängt zu Regnen, kommen die Kinder auf den Spielplatz geströmt. Das große Klettergerüst dient als Schirmständer und wird so zur bunten Höhle. Unter einem Unterstand haben sich nicht nur die Eltern zusammengedrängt. Die unterschiedlichen Materialien machen die verschiedensten Geräusche, wenn der Regen auf sie fällt, der an den Wänden langsam die Tropfbilder und -maschinen füllt.

Deltasandkasten, Pfützenmuster und Matsch

Es gibt den Deltasandkasten (was soll das sein, fragt mein Mann… Na ein Sandkasten, in dem sich ein Delta bildet, ist doch klar) und auf dem Boden entstehen langsam wilde Pfützenmuster in den eingelassenen Rillen und Vertiefungen. Schlitterbahn und Matschmulden erwachen zum Leben und eine Wetterstation zeigt die Niederschlagsmengen an. Es gibt die Regenbögen, in denen man sitzen und spielen kann. Im Winter gefrieren die flachen Pfützen und es lässt sich toll schlittern. Unmengen an Möglichkeiten…

„nass!“ Meine Tochter reißt mich aus meinen Gedanken und ich betrachte den klatschnassen Sandhaufen auf meinen Knien. Scheinbar ist jeder Spielplatz bei Regen ein Regenspielplatz, man muss nur hingehen.

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