Unter dem Pflaster liegt der Strand

Im Sand spielt meine Tochter gerade besonders gerne. Sand lässt sich quetschen, formen, werfen, essen. Alles was meine Tochter gerade besonders liebt. Ich baue eine Burg, sie zerstört sie. Ich backe einen Sandkuchen, sie isst ihn. Ich schaue nicht hin, sie wirft mit den Überbleibseln nach mir… Am liebsten ist mir natürlich der Sand am Strand. Das bedeutet nämlich, dass wir am Meer sind, oder zumindest am Badesee. Und es kommen zwei Dinge zusammen, die zusammengehören: Sand und Wasser. Idealer Baustoff für… alles. „Dreck“ ist doch bestimmt eines der ältesten Spieldinger, die man sich denken kann.

Struktur und freies Spiel

Auf Spielplätzen stellt die Dreckkiste Eltern regelmäßig vor die größten Herausforderungen. Werfen von Dreck, Essen von Dreck und Disziplin im Dreck. Denn die Sandkiste ist Anarchie. Kein eindeutiges Spiel, keine Regeln, keine Grenzen – zumindest keine sichtbaren. Die einzigen pädagogischen Größen sind die Eltern und der Rand des Sandkastens. Aber Sand lässt sich überhall hinschippen, auch aus dem Sandkasten, und auch in elterliche Hemden.

Um ein wenig Struktur in das freie Spiel zu bringen, schleppen Eltern Förmchen, Eimer, Schippen, Schaufeln, Bagger, Siebe, Plastikeiswaffeln und lauter Zeug in den Sandkasten. Doch neben Zerstörungsbauten (ich baue – Kind zerstört) dienen die Plastikteile hauptsächlich der großen Lektion des Mein und Dein, die täglich im Sandkasten geboten wird. Ich hoffe, dass meine Tochter irgendwann versteht, dass sie nicht mehr braucht, als sie mit ihren zwei Händen tragen kann.

Was tragen zwei Hände

Natürlich ist nicht jeder Sandkasten ein Paradies des freien Spiels freier Kinder. Aber er bietet auf klassischen Spielplätzen doch einen Raum, in dem gestaltet werden kann und der ohne Vorgaben zum Spielen einlädt. Wenn erst einmal Burgen gebaut, Gräben und Tunnel gebuddelt sind und Blätter und Steine und Stöcke zum Einsatz kommen, ist bis zum nächsten Regen oder dem nächsten Trampel etwas Eigenes entstanden.

Spielen ist schön.

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