#überhört

Jeder, der ein Kleinkind hat, kennt die Frage! Und jeden, der ein Kind hat, nervt sie irgendwann, die Frage. Wildfremde Menschen blicken verzückt in den Kinderwagen.

Aus pinker Daune oder himmelblauem Fleece (Mist! Alle Klamotten dreckig bis auf Tante Elfriedes pinke Eingebung zum ersten Geburtstag) blinzeln ihnen ein paar Augen entgegen. Dann schließt sich unvermeidlich die Frage an: „Junge oder Mädchen?“ In der abgeschwächten Form: „Was ist es denn?“

„Es ist ein Kind“, der Herr, die Dame!

„Es ist ein Kind“, sage ich im Übrigen seit folgender Begebenheit an der Bushaltestelle: Meine Tochter feixt während wir auf den Bus warten mit einem älteren Herrn. Dann kommt die Unvermeidliche:

„Was ist es denn?“

„Ein Mädchen“, sage ich.

„Na, macht ja nix!“, lässt mich der Mann verblüfft zurück und steigt in den Bus.

Was hat der Kindergartencop damit zu tun?

„Es ist ein Kind!“ Ich will das Neutrum des Kindes nicht zu sehr betonen. Natürlich wissen wir alle spätestens seit dem Film Kindergartencop: „Jungs haben einen Penis, Mädchen haben eine Vagina“. Immerhin zeugt dieser Satz von der großen Einsicht, dass Mädchen nicht nur keinen Penis haben.

Aber so freizügig kann ich meine Tochter wirklich nicht in der Öffentlichkeit rumlaufen lassen und muss also gezwungenermaßen weiter Fragen nach ihrem Geschlecht beantworten. Macht ja nix! Manchmal ertappe ich mich sogar selber dabei.

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